Die Fans von Sea of Thieves zeigen ihre Liebe zum Spiel und zur Community auf alle mögliche Arten und viele großartige Content Creators wurden uns über die letzten Jahre auf einer Talentwelle angespült. Der Mann im Zentrum unseres aktuellen Spotlights kann mit Fug und Recht behaupten, Teil dieser immer weiter wachsenden Gruppe zu sein – seitdem er vor ein paar Jahren den Keelhauled Podcast ins Leben gerufen hat!

Einige von euch kennen ihn vielleicht schon als Capt. Logun. Für uns hat er sich die Zeit genommen, über seine Erfahrungen nicht nur als Pirat, sondern auch als Podcaster zu erzählen. Und nun zu dir, Captain!


[F]: Erzähl uns doch ein wenig, wie du zum Gaming gekommen bist?

[A]: Wie ich zum Gaming gekommen bin, weiß ich nicht mehr genau, aber es fing auf jeden Fall 1989 zu meinem 7. Geburtstag an. Ich bekam ein NES mit Super Mario Bros und Duck Hunt geschenkt. Ich spielte sie den ganzen Tag und wechselte immer dazwischen, je nachdem, ob mein Vater gerade mitspielen wollte. Danach wurde ich von der Gamingwelt verschluckt und stecke seitdem darin fest.

[F]: Warst du schon vor Sea of Thieves ein Fan von Rare?

[A]: Na klar! Ich erinnere mich an mein erstes Donkey Kong Country auf dem SNES, aber erst bei GoldenEye auf dem N64 habe ich begonnen, auf die einzelnen Studios zu achten. Da habe ich begonnen, Rare Ltd. im Auge zu behalten und nach den einzelnen Spielen des Entwicklers zu suchen. Dank des Nintendo Power Magazins wurde ich auf Banjo Kazooie und Conker’s Bad Fur Day aufmerksam.

[F]: Gibt es irgendwelche Spiele von Rare, die du besonders gerne magst?

[A]: Abgesehen von Sea of Thieves? Die meisten Erinnerungen habe ich an Conker’s Bad Fur Day und GoldenEye. Ich war ein Einzelkind und musste lernen, mit anderen umzugehen, wenn ich Mehrspielerspiele genießen wollte. Ich verbrachte oft die Sommerferien damit, Freunde einzuladen, damit wir zusammen rumsitzen und uns auf der Temple-Map in GoldenEye mit Granatwerfern und Fernzünderminen bekriegen oder den Beach-Modus von Conker spielen konnten.

Für so eine Beute würden Piraten sich kielholen lassen.

[F]: Welche anderen Spiele spielst du gerade? Hast du irgendwelche Favoriten?

[A]: Ich habe auf jeden Fall einige Spiele, die ich als eine Art ‚Seelenstreichler‘ ansehe. Heroes of the Storm ist wahrscheinlich das, was ich so von Woche zu Woche am häufigsten spiele. Ich habe ein paar Freunde im Entwicklerteam und ich unterstütze sie gerne, soweit ich kann. Ansonsten werfe ich World of Warcraft immer mal wieder an, wenn gerade ein neues Stück Story herauskommt. Ein großer Fan von Call of Duty war ich nie, aber das neueste Modern Warfare hat mich mit tollem Gameplay und einer großartigen Kampagne gefesselt. Letztendlich habe ich, wie viele von uns eigentlich, viel mehr Spiele als ich Zeit zum Spielen hätte.

[F]: Was hat dich zu Sea of Thieves und dessen Community geführt?

[A]: Ironischerweise war es die Ebbe bei Nintendo, die mich zu Rare gebracht hat. Ich hatte mir kurz davor das Bayonetta-Bundle für die Switch geholt. Die Sachen, die danach für die Konsole angekündigt waren, interessierten mich weniger. Am Ende des Januars lief die Closed Beta für Sea of Thieves an und am ersten Tag sah ich schon Leute, die dieses Spiel streamten, von dem ich noch nie gehört hatte. Eine halbe Stunde später, nachdem ich diese Welt und das Spielgeschehen gesehen hatte, war es um mich geschehen. Ich war schon lange ein Pirat gewesen und das hier war das erste echte Piratenspiel, das ich je gesehen hatte. Nach dem Spielstart fand ich die Community und schließlich habe ich aktiv versucht, mehr Fans für das Spiel zu finden.

[F]: Mit dem Keelhauled Podcast leistest du tolle Arbeit! Kannst du uns ein wenig mehr über die Anfänge erzählen?

[A]: Nachdem ich in die Closed Beta reingekommen bin, bemerkte ich, dass kaum welche von meinen Freunden Interesse an Sea of Thieves zeigten. Sie waren eher Nintendo-Fans. Ich konnte also mit niemandem über das Spiel reden – dabei wollte ich gerade an nichts anderes außer Sea of Thieves denken! Ich hatte schon eine Weile über einen eigenen Podcast nachgedacht, nachdem ich ein paar Leuten mit ihrem geholfen hatte. Und ich bemerkte, dass, wenn die Beta gerade nicht lief, ich meine SoT-Dosis nur bekommen konnte, wenn ich selbst Inhalte dafür erschuf.

[F]: Und wie kamst du gerade auf den Namen ‚Keelhauled‘ – also ‚Kielgeholt‘ – für die Serie?

[A]: Der Name fiel mir gar nicht ein. Dafür ist ein Freund namens TeraNova verantwortlich, ein australischer Pirat, mit dem ich Zeit in der Beta verbracht hatte. Nach einer Runde hatte ich ihm mal gesagt, dass ich einen Podcast über Sea of Thieves anfangen wollte. Er schlug vor, ich solle einfach mal die erste Episode aufnehmen und ins kalte Wasser springen. Also fing ich mit der Aufnahme an und beim Streaming überlegte ich mir eine grobe Abfolge, worüber ich reden wollte. Dann sprach ich die ganze Episode runter, 30 Minuten in einem Rutsch. Als ich damit fertig war, fragte ich ihn, wie ich den Podcast nennen sollte. Er warf ‚Keelhauled‘ ein und das blieb dann hängen. Ich lud die erste Episode hoch, klatschte ein wenig schrecklich schlechtes Artwork für den Feed zusammen und plötzlich war Keelhauled geboren!

Mittlerweile gibt es über 100 Episoden!

[F]: Wie wählst du normalerweise Gäste und Themen für die Episoden aus? Wie sieht der Ablauf aus von der Aufnahme bis zur Publikation?

[A]: Seit Kurzem suche ich mir Freunde in der Community, die Interesse haben, als Gäste aufzutreten. Außerdem stehe ich mit Rare in Kontakt (Hört euch mal die Episode über Cameron Thomas an. Die ist ziemlich gut geworden, muss ich selbst sagen). Ich schätze sie als Freunde und viele haben einen ganz anderen Blickwinkel als ich selbst. Ich bin mittlerweile auch besser darin geworden, andere aufzunehmen, wenn sie keine gute Audio-Ausrüstung haben. Deshalb will ich jetzt einen Querschnitt der Community in die Show bringen, um aufzuzeigen, wie inklusiv Sea of Thieves und seine Community ist.

Viele Themen, die ich behandle, basieren darauf, was Rare rausbringt. Am meisten mag ich es, die Neuigkeiten des Spiels zu besprechen. Viele Leute haben nicht die Zeit, alle Infoquellen abzusuchen, also schaue ich auf den diversen Social-Media-Seiten nach und trage die Sachen im Laufe der Woche zusammen. Am Sonntag verbringe ich dann den Großteil des Tages damit, meine Notizen zu ordnen, Links zu setzen und die Folge aufzunehmen. Ich versuche, jedes Segment in 10-15 Minuten aufzusplitten, damit ich einen kleinen musikalischen Puffer einbauen kann und es sich am Ende nicht nach einer Stunde Monolog anhört.

Dann die Folge zu schneiden braucht den Großteil der Zeit – ich entferne dabei Äh und Öh und Atemgeräusche, damit das den Leuten nicht auf die Nerven geht. Wenn der Podcast geschnitten ist, exportiere ich das MP3 und höre es mir nochmal im Ganzen an, um sicherzugehen, dass ich bei der Episodenzusammenfassung nichts übersehe. Dann lade ich die Datei hoch. Wenn alles glatt geht, bin ich damit so zwischen vier und sechs Stunden beschäftigt.

[F]: Dein Podcast ist jetzt fast zwei Jahre alt – gibt es Folgen, auf die du besonders stolz bist?

[A]: All meine Gäste sind Freunde und ich glaube nicht, dass ich einen Lieblingsgast oder einen besonders herausragenden wählen könnte. Wo das geklärt ist: In der letzten Folge Mike Chapman dabei zu haben, war eine besondere Ehre. Mike ist für mich so etwas wie der Großvater im Film Die Braut des Prinzen. Ich bin der Enkel und ich kann mich zurücklehnen und zuhören, während die Geschichte von Sea of Thieves mit jedem Update weiter entfaltet wird. Ich finde es toll, wenn Freunde dabei sind, und das möchte ich in Zukunft noch mehr so handhaben.

[F]: Eine Serie so lang am Laufen zu halten ist sicher nicht leicht. Hast du Tipps für aufstrebende Podcast-Betreibende da draußen?

[A]: Die Schlüssel zum Erfolg sind Leidenschaft und Beständigkeit. Wenn ich Sea of Thieves nicht so sehr lieben würde, wie ich es tue, hätte ich vermutlich schon vor langer Zeit aufgehört. Sucht euch eine Zeit in der Woche, die ihr euch immer für euer Hobby freihalten könnt, und holt euch wenn möglich noch jemand zweites an Bord, um die Arbeitslast zu teilen. Redet mit Lebenspartnern darüber, was ihr macht, damit sie verstehen, warum ihr so viel Zeit für jede Folge braucht.

Fragt andere Podcaster nach Hilfe oder Vorschlägen, was Programme, Formate, Musik oder Artwork angeht. Etliche haben schon viel Erfahrung und helfen gern mit Rat weiter, wenn sie können. Achtet auf Wortwiederholungen. Man tendiert dazu, bestimmte Phrasen immer wieder zu verwenden, wenn man sich währenddessen überlegt, was man eigentlich sagen möchte. Ich zum Beispiel muss mich immer davon abhalten „That being said“, also „So oder so“ zu verwenden.

[F]: Wenn du in die Zukunft der nächsten zwei Jahre von Keelhauled schaust, welche Hoffnungen hast du da für den Podcast?

[A]: Ich hoffe, dass in zwei Jahren noch neue Piraten und Piratinnen den Podcast finden und genießen werden. Ich habe einige Episoden Shore Leave (Landurlaub) gedreht, über große Neuigkeiten in der allgemeinen Gamingindustrie, aber an sich möchte ich einen neuen Podcast für Xbox-Neuigkeiten anfangen. So kann ich in Keelhauled rein Sea of Thieves behandeln, das für mich so sehr von der Community und der Geschichte des Spiels lebt. Außerdem hoffe ich, eines Tages die Rare-Studios zu besuchen und eine Folge in dem Raum aufzunehmen, wo der ursprüngliche Sea of Thieves-Podcast von Rare aufgenommen wurde.

Capt. Logun, Podcaster von Keelhauled. Wir ziehen den Hut, Sir!

[F]: Wenn du so zurückdenkst, gibt es irgendwelche besonderen Momente in Sea of Thieves, die dir in den Sinn kommen?

[A]: Das ist eine Fangfrage, guter Mann, ich habe sogar eine Menge solcher Momente! Emotional wäre das das erste Mal, als ich den Hungernden bekämpft habe. Es war spannend, zusammen mit einer anderen Crew (vor der Allianz-Flagge) Merricks Lied zur Devils Ridge zu tragen und den Hungernden herbeizurufen. Das wurde dann ein langer Kampf, voller Angst und Aufregung, den ich nie vergessen werde.

Dann gibt es Momente wie mein erstes Drei-Stunden-Fort, wo wir Crews abgewehrt hatten, und zurücksegelten, um den Fort-Schlüssel zu holen, um ihn dann in der Mitte des Ozeans zu verstecken und eine Stunde später zurückzukehren, ihn dann noch immer herumdümpelnd zu finden und zu schnappen, als alle anderen die Hoffnung auf die Beute schon aufgegeben hatten. Dazu muss man sagen: Das war, als Forts noch einen dreistündigen Respawn hatten.

Dann natürlich: Zur Piratenlegende zu werden und runter in die Taverne zu gehen, die ich vorher nur auf Bildern und in Videos gesehen hatte, war ein großartiger Moment, den alle mal erfahren sollten.

[F]: Was sind deine Lieblingsneuerungen im Spiel im letzten Jahr?

[A]: Ist es geschummelt, wenn ich jetzt „Seemannsgarn“ sage? Das brachte eine Lebhaftigkeit und ein Mysterium ins Spiel, die bis heute unerreicht sind. Nichts ist für mich aufregender, als die Gelegenheit zu bekommen, etwas so episches wie das Seemannsgarn Shores of Gold zu erleben. Tief in eine legendenumwobene Insel einzudringen, um den Goldsammler selbst auf seinem Thron der Gier zu finden.

Und sonst? Harpunen und Lagertruhen waren großartige Verbesserungen, die einem das Leben im Spiel angenehmer machen. Die Möglichkeit, Vorräte oder Beute schneller zu sammeln, hilft dabei, mehr Zeit im Kernspiel zuzubringen, also #BeMorePirate. Dabei sind sie aber immer noch physisch und man muss sich aktiv in der Welt betätigen und genau das ist es, was Sea of Thieves so eindringlich macht.

[F]: Was ist dein bisher größter Erfolg in einem Spiel, sei es jetzt Sea of Thieves oder ein anderes Spiel?

[A]: Was ‚mein‘ größter Erfolg ist, ist schwer zu sagen, aber mein Gamertag als Skelett-Kapitän war schon ein großartiges Easter Egg, das ich aber bis heute noch nie zu Gesicht bekam. Es war toll zu sehen, wie Leute Screenshots davon machten, dass sie mein Skelett getötet und dafür Beute bekommen haben. Ich hoffe, dass ich ihn demnächst auch umbringen und dann die Kontrolle über Keel Haul Fort zurückerlangen kann.

Capt. Logun im Spiel zu bezwingen beschert leider keine Berge virtueller Spielandenken!

[F]: Wenn du dir einen Piraten- und Schiffsnamen aussuchen müsstest, welche wären das?

[A]: Witzig, dass du das fragst. Captain Logun ist ein Titel, den ich schon seit mindestens 15 Jahren führe. Was den Schiffsnamen angeht, habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und sie bereits vor langer Zeit im Forum geteilt. Jedes Schiff, das ich mein Eigen nenne, wird immer die Sitting Duck sein. Fans von Kapt´n Balu erinnern sich vielleicht noch an Don Kanaille, der den Robo-Piloten als lahme Ente (EN: Sitting Duck) bezeichnete, und das bringt mich noch heute zum Lachen.

[F]: Was hast du sonst noch so für Hobbys, abgesehen vom Gaming?

[A]: Ich bin ein großer Filmfan und schaue mir gerne Neuerscheinungen im Kino an. Seitdem viele Kinos angenehmere Sitze und gutes Essen bieten, ist es eine reine Freude, Filme wie Avengers: Endgame oder Joker anzusehen, und ich fühle mich wieder wie in meiner Kindheit. In meiner Kindheit waren Filme immer etwas Besonderes für mich und seit dieser Zeit genieße ich das Gefühl eines dunklen Kinos mit einer riesigen Leinwand und Popcorn.

[F]: Erzähl uns irgendwas Interessantes über dich. Alles ist erlaubt!

[A]: Ich bin in der Hitze Arizonas großgeworden und dann 2005 nach Alaska umgezogen. Dann habe ich mich einer örtlichen Theatergruppe angeschlossen und fünf Jahre ehrenamtlich als Schauspieler, Bühnentechniker und/oder Beleuchter gearbeitet. Ich habe Haupt- wie Nebenrollen gespielt und unterschiedlichste Figuren verkörpert. Ich bin ein großer Fan von Synchronsprechern und hatte vor einiger Zeit versucht, in die Branche reinzukommen. Ansonsten habe ich noch ein paar Tattoos, auf die ich sehr stolz bin. Das neueste ist das Reaper’s Mark, der Totenkopf, aber ich trage auch das Dunkle Mal aus Harry Potter und Waschbär-Mario aus Super Mario Bros. 3.


Ein weiteres Spotlight geht dem Ende entgegen, aber bevor wir fertig sind, möchten wir Capt. Logun noch einen großen Dank für das Interview und für seine Communityarbeit insgesamt aussprechen! In den letzten zwei Jahren hat er aus dem Podcast großartiges herausgeholt und wir freuen uns auf die nächsten zwei! Sofern ihr ihn nicht schon kennt, könnt ihr den Keelhauled Podcast zum Beispiel auf iTunes, Spotify und Google Play finden!

Wenn ihr noch etwas in Nostalgie schwelgen wollt, findet sich bei uns auch noch ein Schatzhort an früheren Spotlights! Wir sind bald wieder da mit einem weiteren Blick in die Community, doch bis dahin schaut auf unsere Social-Media-Kanäle, um über Sea of Thieves die neuesten Infos zu bekommen!